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 Historisches

His01Als am 1. Januar 1938 die LBE in die Reichsbahn eingegliedert wurde, ging eine der großen Privatbahnen Norddeutschlands verloren; 86 Jahre einer wechselvollen Geschichte.

Unbestritten hat die LBE für den Wirtschaftsraum Hamburg / Lübeck eine überragende Bedeutung gehabt.  

Im Oktober 1851 wurde mit sechs Lokomotiven der Betrieb der “Lübeck-Büchener  Eisenbahn” (LBE) auf der Strecke Lübeck - Büchen aufgenommen. Damit startete einer der innovativsten Privatbahnen nicht nur in Norddeutschland.

Wer denkt bei dem Namen LBE nicht an die  Doppeldeckwagen, an  Stromlinienlokomotiven, an das  Projekt “Dampfmotorlok”, an die Dampftriebwagen.

Über diese doch so interessante Eisenbahngesellschaft , die im Oktober 2011 161 Jahre alt geworden wäre, soll an dieser Stelle dem geneigten Interessenten berichtet werden. Einiges von dem, das ich hier vorstelle, fand ich im  Internet, aber auch in diversen Publikation, die ich unter der Rubrik “Quellen” zusammengetragen habe. Ich bemühe, hier etwas über diese Privatbahn  zusammenzustellen, unter Verwendung eigener Unterlagen und der Dinge die ich an den verschiedensten Stellen gefunden habe.

Die Zeit bis 1908 habe ich “Der Anfang”, bis 1933 Die “Glanzzeit” und nach 1933 “Die Neuorientierung” genannt.

Es soll keine wissenschaftliche und historisch  umfassende Darstellung der LBE sein, hier verweise ich auf die Literatur, vielmehr möchte ich einfach Interesse an dieser Bahngesellschaft wecken und sie nicht dem Vergessen anheim geben. Wer sich mehr und intensiver mit der LBE beschäftigen möchte, sollte die hier angegebenen Quellen und ggf. Links nutzen.

Lübecks Eintritt in das Eisenbahnzeitalter stand von Anfang an unter keinem  guten Stern. Die Dänen verboten den Bau der durch ihr Territorium führenden  Strecken nach Hamburg (1836) und Kiel (1844), der Mecklenburger Landadel  verhinderte die Streckenführung nach Schwerin. Die Eröffnung der Strecken  Stettin - Berlin und Kiel - Altona verursachten für Lübeck große wirtschaftliche  Einbußen. Waren aus Skandinavien, den baltischen Staaten, Finnland und Russland konnten nun  in Kiel angelandet und mühelos per Eisenbahn in die Wirtschaftszentren  Deutschlands weitertransportiert werden. Als Dänemark auch noch die Anbindung  Lübecks an die Strecke Hamburg - Berlin bei Büchen 1845 ablehnte, wandte sich der  Lübecker Rat schließlich an den Bundestag in Frankfurt, jedoch ohne Erfolg.

Erst  die Intervention Schwedens und Russlands bewegte die Dänen 1847 schließlich der  Anbindung Lübecks an das deutsche Eisenbahnnetz zuzustimmen. Im Gegenzug  forderten sie von den Hanseaten den Verzicht auf die Hoheitsrechte über den  Stecknitzkanal sowie die Erlaubnis, in Lübeck ein eigenes Postamt zu eröffnen.  Doch nun schreckten die Wirrnisse der Revolution private Investoren ab, also  musste der lübeckische Staat einspringen. 1850 gab die Hansestadt auf Vermittlung  eines Berliner Geldinstitutes eine Staatsanleihe in Höhe von acht Millionen  Courantmark aus, und der Streckenbau konnte endlich beginnen.Das Gelände auf der Wallhalbinsel wurde für den Bahnbau zur Verfügung gestellt. Gravierende Veränderungen waren die Folge. Heute wäre das an Einsprüchen, Widersprüchen und endlosen Gerichtsverfahren gescheitert; damals nannte man das "Fortschritt". Eine Zeichnung soll diese Veränderungen deutlich machen.

Ein Jahr später,  am 15. Oktober 1851, konnte die Lübeck-Büchener Eisenbahn-Gesellschaft ihren  Betrieb aufnehmen.

Der Lübecker Bahnhof befand sich nunmehr auf der Wallhalbinsel,  unweit des heutigen Holstentores.I

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Im ersten  Geschäftsjahr stammten über die Hälfte der Einnahmen aus dem Personenverkehr und  der andere Teil aus dem Transport von Gütern. Der Hauptverkehr wurde mit Hamburg  abgewickelt. Die Aufnahme des Eisenbahnverkehrs ging zu Lasten der  Stecknitzfahrer und anderer Frachtführer. Die eingeschränkten Lademöglichkeiten  ließen aber zunächst nur den Transport von Luxusgütern wie Tabak, Zucker, Wein  und Kaffee zu.

Die Eisenbahn unterlag, wie auch alle anderen den Landweg  nutzende Transportfahrzeuge, dem Transitzoll. Dieser wurde in Zollzentner  gerechnet und war oft doppelt so hoch wie die Frachtkosten. Trotz sinkender  Transportkosten konnte das Handelsvolumen daher nicht wie in dem erwarteten Maße gesteigert werden. Nach Wegfall des Sundzolls 1857 erklärte sich Dänemark schließlich  bereit, den Bau der schon seit langem geforderten Eisenbahnstrecke  Lübeck - Hamburg zuzulassen. Auch die kürzere, nun direkt nach Hamburg führende  Strecke wurde über eine Staatsanleihe finanziert und am 1. August 1865 in  Betrieb genommen.

Trotz der nun bestehenden Paralellverbindung erlitt die  Lübeck-Büchener Eisenbahn keine Rezession. Nach Fertigstellung einer  dampfbetriebenen Fähre über die Elbe, gab es nun eine direkte Verbindung Lübecks  mit dem Süden. Nach Ende der dänischen Herrschaft über Schleswig-Holstein wurde  Lübeck 1870 durch den Bau der Eisenbahnlinie nach Bad Kleinen mit Mecklenburg  verbunden. 1873 erfolgte der Bau der Eisenbahnlinie nach Eutin und somit die  Verbindung nach Kiel. In den folgenden Jahren stiegen die Erträge aus dem  Aktienbesitz der Lübeck-Büchener Eisenbahn stetig.” (Quelle: Die Kaufmannschaft zu Lübeck)

Aus der Lübeck-Büchener Eisenbahn wurde im Verlaufe Ihrer Entwicklung einer der innovativsten Privatbahngesellschaften Norddeutschlands. Der erste Weltkrieg verschonte aber auch die LBE nicht, Lokomotiven und Wagen musste abgegeben werden und gingen teilweise unwiderruflich verloren. Es war ein großer wirtschaftlicher Einschnitt, von der sich die Gesellschaft nur schwer erholte und es der Staatsbahn ermöglichte sich noch stärker am Kapital der LBE zu beteiligen. Diese Beteiligung ermöglichte es später den politischen Kräften, die LBE ohne gravierende Problem zu “verreichlichen”.

Damit ging eine über 100 jährige Geschichte zu Ende. Im Jahre 2004 ist die Strecke Hamburg Lübeck in den Vorortsverkehr quasi eingegraben worden. Ein Schatten ehemaliger Bedeutung ist sie heute, als Lübecker spürt man das, wenn man sich zum Lübecker Bahnhof begibt. 

100 Jahre Lübecker Hauptbahnhof wurde von der DB Anfang Mai 2008 verschlafen. Dann am 13. Dezember 2008 begann unter Beteiligung der 2. Garnitur der Repräsentanten von DB und Politik der Start der elektrischen Zugbeförderung mit alten “DR-Loks” zwischen Lübeck und Hamburg. Eingebunden mit einer Fahrzeugschau, auf der auch der “Verein historische Eisenbahnfahrzeuge Lübeck e.V.” seine “betreuten” Dieselloks V 160 003 und V 200 007 dem interessierten Publikum zeigte. Vor allem die V 200 007 war der Liebling der zahlreichen Besucher.

Auch hinsichtlich der Überlegungen des elektrischen Zugverkehrs war die LBE wieder mal fortschrittlich gewesen, denn Überlegungen hatten bereits in den 30iger Jahren gegeben, sie  scheiterten dann aber an den damaligen auch finanziellen Umständen.