Beliebte Beiträge |
|
Die Lübeck-Segeberger Eisenbahn Die Vorbereitungen und Planungen zum Bau der Lübeck-Segeberger Bahnverbindung gestalteten sich ausgesprochen schwierig, da zum einen Widerstände seitens der Staatsbahn, andererseits aber auch offensichtliche Widerstände aus mititätischen Gründen bestanden. Sowohl die Stadt Segeberg als auch der Lübecker Senat waren jedoch an einer Eisenbahnverbindung Lübeck-Segeberg interessiert. Wolff schreibt:" Die Geschichte der LSE ist ein einziges Ringen ...". Quelle: Quellen 50, S. 174 Ersten Verhandlungen über diese geplangte Eisenbahnverbindung begannen offensichtlich schon um 1880, bekannt ist jedoch, dass 1904 LBE mit den Vorplanungen zum Bau der Strecke begann. Am 11. Januar 1913 konnte schließlich die Firma Lenz & Co. mit den Vorarbeiten auf der nun endlich feststehenden Strecke beauftragen. Der Bau gestaltete sich ausgesprochen schwierig. Insbesondere das Moorgebiet zwischen Afrade und Reinsbek trieb die Baukosten nach oben. Fast ein Jahrhundert später brachte dieses Gebiet beim Bau der Autobahn A 20 Probleme. Durch den Ausbruch des Krieges, der später als 1. Weltkrieg in die Geschichte einging, ergaben sich beim Bahnbau jedoch erhebliche Verzögerungen. Auch die KED Altona verzögerte durch Auflagen den Bau erheblich. Offenbar befürchtete man dort eine ernst zu nehmende Konkurrenz zur Staatsbahnstrecke Oldesloe - segeberg - Neumünster. So konnte die Verbindung – nachdem die Teilstrecken von Lübeck bis Arfrade, Obernwohlde und Westerrade bereits am 1. Juli 1916 den Betrieb aufgenommen hatten – erst am 6. Dezember 1916 (statt wie geplant 1915) in voller Länge eröffnet werden. Auch die Baukosten lagen mit 2,4 Millionen Mark (davon 400.000 Mark für den Erwerb von Grundstücken) schließlich um 204.000 Mark über den Planungen. Die regelspurige, eingleisige Strecke war etwa 29 km lang und wurde 1916 in drei Teilabschnitten eröffnet. Die Betriebsführung erfolgte von Anfang an durch die Lübeck-Büchener Eisenbahn, die auch die Einbindung der Strecke in den Lübecker Hauptbahnhof gestaltete, nach deren Verstaatlichung 1938 durch die Deutsche Reichsbahn und ab 1949 durch die Deutsche Bundesbahn. In den Anfängen verfügte die LSE über keine eigenen Fahrzeuge, abgesehen von einem Schienenbus mit Gepäckanhänger von 1934 bis 1937. Erst ab 1950 setzte die DB eigene Fahrzeuge ein. Da ihre Konzession, durch Einsprüche der KED Altona, keine durchgehende Güterbeförderung über die Endpunkte hinaus erlaubte, blieb ihre Beförderungsleistung mäßig.
Winterfahrplan der LSE 1937
Der Personenverkehr der LSE wurde am 27. September 1964 eingestellt, ebenso der Güterverkehr zwischen Arfrade und Westerrade. Der Güterverkehr zwischen Westerrade und Bad Segeberg endete am 31. Dezember 1966 und zwischen Lübeck und Arfrade am 31. Dezember 1967. Danach wurde die Strecke abgebaut. Nur Spuren der Strecke sind heute erkennbar. Auf dem westlichen Teil der Trasse verläuft bei Weede heute die Bundesautobahn A 2020 (früher Bundesstraße 206), auf dem östlichen ein Radwanderweg. Als Fahrzeug wurde vom Betriebsführer in der Regel ein Schienenbus Uerdinger Bauart (Vorserien-VT 95) eingesetzt, der hin und wieder auch einen einachsigen Anhänger für den Gepäcktransport mit sich führte. |
